Zisterzienserkloster Viktring

Pfarre Stift Viktring
Stift-Viktring-Straße 25
9073 Viktring

GruenderIn/StifterIn: 
Graf Bernhard von Spannheim
Geschichte: 

Das Zisterzienserkloster im Kärntner Ort Viktring wurde 1142 von Graf Bernhard von Spannheim und seiner Frau Kunigunde gegründet. Die ersten Mönche wurden aus dem lothringischen Kloster Weiler-Bettnach berufen. 1234 wurde von Viktring aus das Kloster Landstraß in der Krain besiedelt. Ein bedeutender Abt des Mittelalters war Johann von Viktring (1312-1345), Berater des Herzogs Heinrich von Kärnten und als Verfasser des „Liber certarum historiarum“ einer der wichtigsten Geschichtsschreiber seiner Zeit. Eine Krise an der Zeitenwende zur Neuzeit führte fast zur Aufhebung des Klosters und zur Übertragung der Güter an den St.-Georgs-Ritterorden in Millstatt. In der Folge wurde das Stift an Kommendataräbte vergeben, die keine Zisterzienser waren, keine Residenzpflicht hatten und die Klostergüter als persönliche Pfründe verwalteten. Seinen ersten Abt aus dem Orden erhielt das Stift erst wieder 1622. Die Barockisierung der Klosteranlage erfolgte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhundert. Das Kloster wurde 1786 unter Kaiser Joseph II. aufgehoben, die Stiftskirche besteht als Pfarrkirche von Viktring weiter. Im Besitz der Pfarre sind außer der Stiftskirche auch die Prälatur und die sogenannte Hattenberger-Realität, in der der Pfarrkindergarten untergebracht ist. Von der Staatsgüterverwaltung wurde das Klostergebäude an einen Unternehmer verkauft, der darin eine Tuchfabrik einrichtete, die bis zu ihrem Konkurs 1967 bestand. Dann erwarb die Republik Österreich das Stiftsgebäude und richtete hier 1977 ein Gymnasium ein mit den Schwerpunkten Musik und Bildnerischer Erziehung, das bis heute besteht.

Literatur: 
  • Stift Viktring 1142-1992. Festschrift zum 850. Jahrestag der Klostergründung (Klagenfurt 1992).
  • Ludwig Keplinger, Ehemaliges Männerkloster Viktring in Kärnten, in: Zisterzienser in Österreich, hg. von der Österreichischen Zisterzienserkongregation (Salzburg 2004), 174-177.
  • Roscher Magda, Geschichte der Cistercienserabtei Viktring in Kärnten in der Zeit von 1142-1534 (Diss. Wien 1954).
  • Krassnig Waltraud, Die letzten Zisterzienser des im Jahre 1786 aufgehobenen Stiftes Viktring (Diss. Graz 1985).
  • Schuller Johann, Die Besitz- und Wirtschaftsgeschichte des Zisterzienserklosters Viktring in Kärnten in der Neuzeit (Diss. Graz 1950).
Anmerkungen zum Archiv: 

„Das Archiv des Klosters Viktring verblieb nach der Aufhebung und der Verpachtung bzw. Veräußerung der Herrschaft an Ort und Stelle (in mehreren Kästen im Archiv und in der Kanzlei des ehemaligen Stiftsgebäudes). Nur die Akten betreffend die zu berichtigenden Stiftungen wurden der Landesstelle übermittelt. Verzeichnet wurden im Jahr 1789 die Urkunden und das Repertorium der Hofbiblitohek zur Auswahl eingeschickt. Diese wählte nur vier Stücke aus, die sich heute im Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien befinden. Nach August Jaksch (MC 3, XL) wurde das Archivmaterial in Viktring zu Beginn des 19. Jahrhunderts in drei Kästen A, B und C zusammengezogen und repertorisiert. Ein Teil der Urkunden kam 1830 an die Staatsgüteradministration in Laibach, ein anderer 1832 an die k. k. Kameralgefällverwaltung in Laibach und von hier 1833 an das k. u. k. Staatsarchiv in Wien. 1853 schenkte Fürst Friedrich von Liechtenstein, der Besitzer der Grundherrschaft des ehemaligen Zisterzienserstiftes Viktring, nicht bloß diese nach Laibach abgelieferten Urkunden, sondern auch das ganze übrige Archiv dem Geschichtsverein. 1860 wurde es nach Klagenfurt geführt. Die Urkunden gelangten erst 1888 ins Archiv des Geschichtsvereines (vgl. Carinthia I, 1913, S. 80f.). In den Jahren 1886-1887 wurde das Archiv von Jaksch geordnet und katalogisiert. Der letzte Rest des Archivs, Urbare und Kanzleibücher, kam 1898 an den Verein und befindet sich heute im Kärntner Landesarchiv.“ Das Archiv umfasst 78 Archivkartons. (Quelle: Archivinformationssystem des Kärntner Landesarchivs)

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