Was tun, wenns brennt?

Das größte Unglück in einem Archiv oder einer Bibliothek ist nicht ein eingetretener Notfall wie ein Brand oder ein Wasserrohrbruch, sondern chaotisches oder verspätetes Handeln der Verantwortlichen in einer solchen Notsituation. Das schreibt Larissa Rasinger, Mitarbeiterin im Archiv des Schottenstifts, in einem eben erschienen Artikel in den Mitteilungen des Referats für die Kulturgüter der Orden.

Sie hat einen Notfallplan für kirchliche Archive und Bibliotheken erarbeitet. Ein Notfallplan ist eine Zusammenstellung von Informationen und Instruktionen, die zur Sicherung und Rettung von Beständen wie Dokumenten und Büchern benötigt werden. Ein Notfallplan einen Ablaufplan für die Erstreaktion, wichtige Telefonnummern, Lagepläne der Depoträume, Anweisungen für konservatorische Sofortmaßnahmen sowie Nachkaufmöglichkeiten von Materialien. Um besonders gut auf mögliche größere oder auch kleinere Katastrophen vorbereitet zu sein, ist es sinnvoll, einige der notwendigen Materialien zur Sofortbehandlung an der Hand zu haben. Das Archiv des Schottenstiftes mit seinen wertvollen historischen Handschriften und Dokumenten verfügt nun über eine eigene Notfallbox.

Besonders für kleinere Archive ist es wichtig, vorab zu entscheiden, was die kostbarsten Unterlagen sind, die zum Beispiel sofort geborgen werden sollen, wenn zum Beispiel Feuer im Kloster ausbricht und evakuiert werden muss. Das kann eine Gründungsurkunde, die Orginalbriefe einer Gründerin, das Professbuch oder die Chronik sein. Der oder die Verantwortliche für das Archiv sollte in der Lage sein, diese wertvollen Dinge sofort greifen und bergen zu können.

Wer ein größeres Archiv führt, wird im Beitrag von Larissa Rasinger viele gute Anregungen für die Vorbereitung auf den Notfall finden.

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Musternotfallplan zum Herunterladen:

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