Vom Leben im Kloster

Ausstellung Kloster Beuerberg

Niemand hätte es erwartet, vermutlich nicht einmal der Veranstalter selbst, das Diözesanmuseum Freising. Aber das Öffnen der Klausurtüren eines Frauenklosters hat einen wahren Besuchersturm ausgelöst. Jetzt schließt die Ausstellung im ehemaligen Salesianerinnenkloster Beuerberg nahe München. Sie hatte ein überregionales Echo gefunden und mit 43.000 Besuchern mehr Andrang erlebt als die meisten österreichischen Stifte.

Das Kloster musste 2014 schließen und wurde von der Diözese München-Freising übernommen. Sichtung und Bewahrung des kulturellen Erbes wurde dem Diözesanmuseum unter Leitung von Direktor Christoph Kürzeder übertragen. Angesichts des Reichtums der materiellen Überlieferung entschloss er sich, im Haus eine Ausstellung über das Leben im Kloster zu gestalten und Besuchern die Möglichkeit zu geben, hinter Klausurgitter und Klostermauern zu blicken. Das Interesse war überwältigend.

Das Kloster wirkte auch auf Menschen ohne ausgeprägte religiöse Überzeugung eine Faszination aus. Klosterleben hautnah erleben zu dürfen, in dem man die Räume abschreitet, in denen die Schwestern gelebt, gearbeitet und gebetet haben, wurde als etwas Besonderes empfunden. Mit einer Welt anderer Werte und Gewichtigungen wurden die Menschen hier konfrontiert, das war in den vielen kleinen Kulturgütern aus dem Alltags- und Glaubensleben der Ordensfrauen spürbar und sichtbar. Für Museumsdirektor Kürzeder ist das Kloster eine Art Lernort der menschlichen Existenz. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung meinte er dazu: „Die Leute kommen hier auf eine andere Weise zum Nachdenken als sonst.“ Seine Schlüsselworte dafür sind „Emotion und Erkenntnis“.

Video in der Mediathek des Bayerischen Fernsehens

Kloster Beuerberg wurde 1121 als Stift der Augustiner-Chorherren gegründet, nach der Säkularisation 1846 von Salesianerinnen bezogen, war nun erstmals für die Allgemeinheit geöffnet und wird dies auch 2017 nur temporär sein. Was langfristig daraus wird, ist laut Erzbischöflichem Ordinariat nicht entschieden.

 

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