Vereinigung der Frauenorden Österreichs 1966–2016

Sr. Tarcisia Meyer, 1. Vorsitzende der Vereinigung der Frauenorden Österreichs

Die Vereinigung der Frauenorden Österreichs wurde als Zusammenschluss der höheren Oberinnen der österreichischen Frauenorden im Jahr 1966 von der Religiosenkongregation kanonisch errichtet. Ihre Mitglieder sind die höheren Oberinnen, Leiterinnen oder Delegierten jener Frauenorden, die wenigstens eine Niederlassung in Österreich haben. Derzeit (2014) sind es 115 Mitglieder.
Gemäß den Statuten sind die Mitglieder der Vereinigung in fünf Sektionen, Referate genannt, gegliedert: Klausurschwestern, Schulschwestern, Krankenschwestern, Schwestern mit karitativer und sozialer Tätigkeit und Missionsschwestern. In den letzten Jahren ist aber das Profil der meisten Frauenorden zu vielfältig geworden, um diesen Kategorisierungen noch zu entsprechen. Anstelle eines Referats der Schulschwestern gibt es heute ein Referat für die Ordensschulen, das mit dem Schulreferat der Superiorenkonferenz zusammengelegt wurde. Gleiches gilt für die Aufgabenbereiche Ordensspitäler, Mission und Ordensentwicklung. Die bei der Superiorenkonferenz angestellten Leiter der Referate Medienbüro und Kulturgüter nehmen ihre Aufgaben auch für die Frauenorden wahr. Weitere Referate bestehen für ordensinterne Ausbildung sowie für die sogenannten „neuen Dienste“. Das sind neue soziale oder pastorale Berufsfelder und Initiativen, in denen Ordensfrauen heute tätig sind und in denen oft Schwestern aus mehreren Gemeinschaften zusammenarbeiten.
Statutengemäß wählt eine jährlich tagende Generalversammlung alle drei Jahre eine Präsidentin, ihre Stellvertreterin sowie die Leiterinnen der Referate. Diese bilden zusammen mit den Vorsitzenden der diözesanen Regionalkonferenzen das Präsidium, welches wiederum die Generalsekretärin bestellt. Die Statuten von 1966 kannten nur zwei Organe: die Mitgliederversammlung und den sogenannten Ordensrat, der das Leitungsgremium bildete. Dem Ordensrat gehörten die von der Mitgliedersammlung gewählte Vorsitzende, die Leiterinnen der fünf Referate, die Generalsekretärin und ein Konsulent (geistlicher Assistent) an. Der Ordensrat bestand bereits vor der Gründung der Vereinigung der Frauenorden. Die Aufgabe des Konsulenten war eine jährliche Berichterstattung an den Ordensreferenten der Bischofskonferenz. Dieser lud 1952 erstmals alle Oberinnen zu einer Ordenstagung, die seitdem jährlich stattfindet. Bei einem solchen Treffen wurde im Jahr 1957 erstmals der Vorschlag eines Verbands der österreichischen Frauenorden nach italienischem Vorbild gemacht. Ab 1959 bestand eine Arbeitsgemeinschaft aller österreichischen Frauenorden und -kongregationen. Die Statuten von 1985 kennen den Ordensrat als Organ der Ordensvereinigung der Frauenorden nicht mehr und setzen an seine Stelle das Präsidium. Die Festlegung von jährlichen gemeinsamen Sitzungen von Vertreterinnen des Präsidiums mit dem Vorstand der Superiorenkonferenz der Männerorden entfiel in den erneuerten Statuten von 1994. In jüngster Zeit wurde die Zusammenarbeit der Generalsekretariate der Superiorenkonferenz und der Vereinigung der Frauenorden wieder verstärkt, als gemeinsame Büroräume bezogen wurden.

Gekürzte Fassung von: Helga Penz, Die Ordensvereinigungen in Österreich, in: 100 Begriffe zum Ordensrecht, hg. von Dominicus M. Meier, Josef Kandler und Elisabeth Kandler-Mayr, in Druck

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