Rupert Frieberger OPraem. (1951-2016)

Rupert Frieberger OPraem. (1951-2016)

Am 16. Oktober 2016 wurde die Sonntagsmesse aus dem Stift Schlägl in den Ö2 Regionalradios übertragen. In diesem Gottesdienst wurde auch für den 40-jährigen Dienst von Herrn Rupert als Stiftskapellmeister gedankt. Dazu erklang die „Missa festiva Plagensis – Festmesse für Schlägl“, die Herr Rupert 1990 komponiert hatte. Schon schwer von seiner Krebserkrankung gezeichnet, feierte Herr Rupert die Messe vom Krankenbett aus mit. Zwei Stunden später, um 13 Uhr, gab er sein Leben in die Hand seines Schöpfers zurück.

Gottfried Frieberger 1951 in Linz geboren und Trat 1969 ins Stift Schlägl ein. Neben seinem Theologiestudium studierte er an der Abteilung Kirchenmusik der Musikhochschule Wien Orgel, Chorleitung, Cembalo und Komposition. Er wurde zum Stiftsorganisten bestellt, 1976 wurde ihm die Aufgabe des Stiftskapellmeisters übertragen. Außerdem zeichnete er für das Musikarchiv des Stiftes verantwortlich. Von 1978 bis 2013 war Frieberger der erste Direktor der Landesmusikschule Schlägl. Seine Lehrtätigkeit umfasste Lehraufträge an der Universität Innsbruck, am Mozarteum und an der Universität Salzburg sowie an der Musikuniversität Wien. Sein kompositorisches Schaffen besteht aus Messen, Orgelwerken, Liederzyklen, Oratorien, Kammermusik und weiteren Kompositionen für die Liturgie. Ein besonderes Anliegen war ihm die Pflege und Vermittlung der Gregorianik. Als Mitglied der Liturgischen Kommission des Ordens wirkte er maßgeblich an der Erstellung der neuen liturgischen Bücher für das Chorgebet der Prämonstratenser mit. Er setzte sich für die fachgerechte Restaurierung der Andreas-Putz-Orgel und der Chororgel sowie der Errichtung der Cantoriumsorgel der Stiftskirche Schlägl ein. Bei vielen Orgelreisen begeisterte er die TeilnehmerInnen mit seinen profunden Fachkenntnissen.Vor 25 Jahren gründete er den Stiftschor „Cantoria Plagensis“, mit dem er in der Gestaltung der Liturgie und vieler Konzerte bis zum Ende tief verbunden war. Sein Musikverständnis war von ökumenischem Geist geprägt, ebenso von der Grundüberzeugung, dass Musik zuerst im Dienst der Verkündigung steht und der besonderen Ehre Gottes dient.

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