Rudolf Zinnerhobler verstorben

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Der renommierte Kirchenhistoriker Prälat Rudolf Zinnhobler ist am Mittwoch, den 9. März 2016, im 86. Lebensjahr in Linz verstorben. Das hat die Diözese Linz am Donnerstag bekannt gegeben. Zinnhobler war zwischen 1969 und 1996 Ordinarius für Kirchengeschichte an der heutigen Katholischen Privat-Universität (KU) Linz. Von 1973 bis 1999 leitete er zudem das Diözesanarchiv der Diözese Linz. Der Historiker verfasste eine Reihe von Büchern zur Kirchen- und Diözesangeschichte in Oberösterreich von den Anfängen bis zur Gegenwart. Als kirchenhistorischer Experte wurde er auch in die Gestaltung vieler oberösterreichischer Landesausstellungen und Ausstellungen einbezogen.

Prälat Zinnhoblers Wirken wurde am Donnerstag u.a. vom früheren Linzer Diözesanbischof Maximilian Aichern und von KU-Rektor Franz Gruber gewürdigt. Der Verstorbene habe wichtige Abschnitte der diözesanen Kirchengeschichte aufgearbeitet, betonte Aichern, darunter die Zeit von Bischof Franz Joseph Rudigier (1853-1884) und den Bau des Neuen Domes, aber auch das kirchliche Leben seit dem Ersten Weltkrieg bis hin zum Zweiten Vaticanum und seinen Auswirkungen.

Die KU Linz betrauere den Verlust eines ihrer bedeutendsten Universitätsprofessoren der Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, sagte Rektor Gruber. Mit dem im Vorjahr verstorbenen Pastoraltheologen Wilhelm Zauner habe Prälat Zinnhobler zu den „Architekten“ der Linzer Katholisch-Theologischen Hochschule päpstlichen Rechts in den 1970er- und 1980er-Jahren gezählt. Die Hochschule werde Zinnhoblers „geistiges Erbe und sein Engagement für eine der geschichtlichen Wahrheit verpflichtete Kirche weitertragen“, so Gruber.

Prälat Zinnhobler stammte aus Buchkirchen bei Wels. 1955 wurde er in Linz zum Priester geweiht. 1968 habilitierte er sich im Fach Kirchengeschichte an der Universität Graz. Im Jahr darauf wurde Zinnhobler Professor für Kirchengeschichte an der damaligen Linzer Philosophisch-Theologischen Diözesanlehranstalt. Zwischen 1974 bis 1976 war er Dekan der Katholisch-Theologischen Hochschule Linz. In dieser Zeit erfolgte auch durch seinen Einsatz deren Erhebung in den Rang einer Theologischen Fakultät päpstlichen Rechts durch den Vatikan. Zusätzlich übernahm Zinnhobler von 1973 bis 1999 die Funktion des Direktors des Linzer Diözesanarchivs.

Ein besonderes Anliegen war dem Kirchenhistoriker auch die „Theologisch-praktische Quartalschrift“, die er von 1983 bis 1992 als Chefredakteur leitete und für die er bis zu seinem als Autor tätig war. Von 1987 bis 1995 war Zinnhobler zudem Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Kirchengeschichtsprofessoren an den Katholisch-Theologischen Fakultäten und Hochschulen in Österreich. Von 1971 bis 1981 fungierte er zudem als Mitglied der Theologischen Kommission Österreichs.

Quelle: kathpress

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