Ordensjubiläen 2016

Initiale „I“ aus dem Offizium zum Fest des hl. Dominikus, Missale aus 1476/1477 (Dominikanerkloster Wien, Cod. 415/212, pag. 475)

Gründungsjubiläen, runde Geburts- und Todesjahre sind in den Ordensgemeinschaften traditionell Anlass, über Stiftungscharismen und die eigene Geschichte zu reflektieren und Dank zu sagen.
Vor 800 Jahren, am 22. Dezember 1216, bestätigte Papst Honorius III. die neue Gemeinschaft des Predigerordens. Das große Jubiläum der Dominikaner, das weltweit begangen wird, ist am am 7. November 2015 eröffnet worden, siehe dazu den Bericht auf unserer Website.
Runde Gründungjsubiläen feiern auch andere Ordensgemeinschaften mit Niederlassungen in Österreich. 1816  gründete der französische Adelige und Priester Eugen von Mazenod eine Volksmissionarsgruppe, die als Oblaten der makellosen Jungfrau Maria 1826 vom Papst bestätigt wurden. Vor 200 Jahren wurde auch die unter Kaiser Joseph II. aufgehobene Benediktinerabtei St.Georgenberg-Fiecht wieder errichtet.
Seit 150 Jahren gibt es die St. Josefs Missionare von Mill Hill, 1866 gründete sie der Erzbischof von Westminster, Kardinal Herbert Vaughan, als erste englische Missionsgesellschaft, benannt nach der Lage des St. Joseph‘s College im Londoner Vorort Mill Hill.
150jährige Gründungsjubiläen feiern auch mehrere Frauengemeinschaften. Das Mutterhaus der Scharnitzer Benediktinerinnen in Melchtal in der Schweiz wurde 1866 von dem Luzerner Geistlichen Balthasar Estermann für arme Mägde gegründet, nach dem frühen Tod des Gründers betreute der Engelberger Pater und Melchtaler Kaplan Berchtold Fluri die Schwesterngemeinschaft und gab ihr die Benediktregel. Die Kongregation der Dienerinnen des heiligsten Herzens Jesu (Herz Jesu Schwestern) wurde 1866 von Abbè Peter Victor Braun in Paris gegründet. In Wien sind sie seit 1873 in der Krankenpflege tätig. 1866 ist auch das Gründungsjahr der Oblatinnen des Heiligen Franz von Sales. Der Priester Alois Brisson errichtete 1858 ein Zentrum zur Betreuung junger Fabrikarbeiterinnen. Zu dessen Leitung gründete er 1866 gemeinsam mit Léonie Aviat eine neue Frauenkongregation, die nach dem Geist des hl. Franz von Sales (1567-1622) lebt. Der männliche Zweig wurde 1875 errichtet.
Vor 100 Jahren initiierte der deutsche Jesuit und Indienmissionar P. Antonius Maria Bodewig die Gründung einer Missionsgesellschaft, die aber in Deutschland kirchlich nicht anerkannt wurde. Erst in Wien wurde 1916 das Missionswerk Königin der Apostel für Indien gegründet. 1925 erfolgte die Trennung in einen männlichen und einen weiblichen Zweig, das Mutterhaus der Missionsschwestern wurde 1939 in Wien errichtet.

Nicht ganz runde, aber doch bedenkenswerte Gründungsjubiläen begehen folgende Gemeinschaften:
Vor 925 Jahren entsandte das schwäbische Reformkloster Hirsau auf Bitten des Grafen Engelbert von Spanheim Mönche für die Gründung eines Benediktinerklosters in St. Paul im Lavanttal.
Vor 425 Jahren gründete der ehemalige Soldat und spätberufene Priester Kamillus von Lellis in einem römischen Hospital den Orden der „Diener der Kranken“, nach ihrem Gründer Kamillianer genannt.
Vor 325 Jahren wurde von dem Armenier Mechitar von Sebaste eine Kongregation im armenisch-katholischen (unierten) Ritus gegründet, die später die Benediktregel annahm. Die „armenischen Benediktiner“, nach ihrem Gründer Mechitaristen genannt, haben seit 1810 ein Kloster in Wien.
Vor 325 Jahren wurde das Ursulinenkloster in Innsbruck gegründet.
Vor 175 Jahren wurde den Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul das Hospital in Graz übergeben.
Vor 175 Jahren erhielt die Gemeinschaft der Borromäerinnen die päpstliche Bestätigung.
Vor 75 Jahren wurden die Legionäre Christi gegründet - da der Gründer, der mexikanische Geistliche Marcial Maciel Degollado schwere Verfehlungen wie sexuelle Gewalt an Minderjährigen beging, begeht die Gemeinschaft das Jubiläum still.

Auch der Geburts- oder Todesjahre etlicher Stifter und Ordensgründer wird 2016 gedacht:
Vor 925 Jahren starb der Gründer des Stiftes Göttweig und Reformator der Klöster St. Florian, Kremsmünster und Melk Bischof Altmann von Passau.
Vor 450 Jahren wurde die Stifterin des Innsbrucker Servitenklosters, Anna Katharina Gonzaga, spätere Gemahlin von Ferdinand II. von Tirol, geboren.
Vor 425 Jahren wurde die Gründerin der Barmherzigen Schwestern, die heilige Luise von Marillac, geboren, und es verstarben der Mitbegründer des Teresianischen Karmels, der heilige Johannes vom Kreuz, sowie der Jesuitenheilige Aloysius von Gonzaga, Patron der Missionsfranziskanerinnen vom hl. Aloysius von Gonzaga.
Vor 375 Jahren starb die Gründerin des Ordens der Heimsuchung Mariens (Salesianerinnen), die heilige Johanna Franziska von Chantal.
Vor 200 Jahren wurden der Gründer des Mutterklosters der Benediktinerinnen der Anbetung, der Weltpriester Alois Faller, weiters der Gründer der Kongregation der Maronitischen Libanesischen Missionare, Youhanna Al-Habib, Bischof von Nazareth, sowie Euphrasia Pelletier, Gründerin der Schwestern vom guten Hirten, geboren.
Vor 175 Jahren wurde die Gründerin der Töchter des Herzens Jesu, Marie de Jésus Deluil-Martiny, geboren.
Vor 150 Jahren starb die Gründerin der Anbeterinnen des Blutes Christi, die heilige Maria De Mattias.

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