Österreichische Klöster von UNESCO ausgezeichnet

Verbrüderungsbuch von St. Peter, 8. Jahrhundert

Ausgewählte historische Dokumente aus zwei österreichischen Benediktinerklöstern wurden im Oktober 2014 in das „Memory of the World“-Register der UNESCO aufgenommen. Es sind dies das Verbrüderungsbuch der Erzabtei St. Peter sowie die Inkunabelsammlung des Stiftes Göttweig.

Voraussetzung für die Aufnahme in die nationale Dokumentenerbe-Liste ist eine große kulturelle und historische Bedeutsamkeit des nominierten Dokuments. Das österreichische Register umfasst insgesamt 19 Stücke bzw. Sammlungen, die sich vor allem in der Österreichischen Nationalbibliothek und im Österreichischen Staatsarchiv befinden.

Das Verbrüderungsbuch von St. Peter in Salzburg wurde 784 unter dem Hl. Virgil angelegt. Es ist das einzige seiner Art in Österreich und überdies das älteste Verbrüderungsbuch weltweit. Seine schriftgeschichtliche Bedeutung und sein großer historischer Wert für die frühe bayerische und fränkische Geschichte machen es seit über 160 Jahren zu einem begehrten Objekt wissenschaftlicher Untersuchungen. Ursprünglich fand das Verbrüderungsbuch im Rahmen des liturgischen Totengedenkens des Klosters Verwendung. Es belegt dadurch eindrucksvoll die jahrhundertelange Gebetstradition im Kloster St. Peter, die ohne einzige Unterbrechung vom Frühmittelalter bis zur Gegenwart reicht.

Inkunabelsammlung des Stiftes GöttweigDie Sammlung von frühen Buchdrucken bis zum Jahr 1500 wurde im Stift Göttweig von Abt Gottfried Bessel (1714-1749), einem Gelehrten und Geschichtsforscher, durch Ankauf systematisch erweitert und stark verbreitet. Die wissenschaftliche Beschreibung der Bücher beginnt bereits im 19. Jahrhundert mit P. Vinzenz Werl OSB, der zwischen 1842 und 1843 den handschriftlichen Katalog: „Die Typographischen Incunabeln der Stiftsbibliothek zu Göttweig verzeichnet und beschrieben“ verfasste. Der Bestand ist in seiner Geschlossenheit, unversehrten Überlieferung und besonderen Sammlungsgeschichte einzigartig in Österreich.

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