Österreichische Archivgeschichte

Hochedlinger, Österreichische Archivgeschichte

Michael Hochedlinger beschreibt die Entwicklung der Archive der Habsburgermonarchie: Aus Instrumenten der Herrschaft sind im 19. Jahrhundert Quellenlager der Geschichtsforschung geworden. Von den mittelalterlichen Urkundenschätzen bis zu den Herausforderungen des digitalen Zeitalters reichen die fachkundlichen, anschaulichen und griffigen Ausführungen des Autors. Im Zentrum stehen die großen Zentralarchive, also das Österreichische Staatsarchiv und die Landesarchive. Hochedlinger bietet aber auch einen sehr instruktiven Einblick in die Genese der österreichischen Kloster- und Ordensarchive und hat auch das Schicksal der Archive der unter Kaiser Josef II. aufgehobenen Klöster gründlich recherchiert. Ein eigenes Kapitel ist den Archivaren im Ordenshabit gewidmet, die im österreichischen Archivwesen eine wichtige Rolle gespielt haben. Die Ordensarchivarinnen und Ordensarchivare dürfen sich auch darüber freuen, dass der Autor für die jüngste Zeit einen Professionalisierungsschub in den österreichischen Klosterarchiven feststellt und insbesondere auf die Tätigkeiten der ARGE Ordensarchive verweist.

Das Buch bietet aber nicht nur Institutionengeschichte, sondern auch die Geschichte des Berufsstands Archivar/in, des archivischen Arbeitens und sogar des Archivbenützens – hierin versteckt sich fast eine kleine österreichische Archivkunde. Insgesamt ist der über 500 Seiten dicke Band ein unentbehrliches Nachschlagewerk, das überdies sehr gut lesbar ist – allen Archivliebhabern und solchen, die es werden wollen, sei es wärmstens empfohlen.

Michael Hochedlinger, Österreichische Archivgeschichte vom Spätmittelalter bis zum Ende des Papierzeitalters (Historische Hilfswissenschaften, Wien 2013), zahl. Illustrationen, ISBN: 978-3-205-78906-2, Preis: € 39.80

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