Neues Kunstdepot der Kreuzschwestern Linz

Als die Mitarbeiterin des Kunstreferats der Diözese Linz, Frau Mag. Eva Voglhuber, vor über fünf Jahren gebeten wurde, ein Inventar der Kulturgüter der Kreuzschwestern in Linz zu erstellen, da ahnte man noch nicht, welche Schätze dabei zu Tage treten sollten. Das Inventar war 2011 fertig und wurde feierlich übergeben, wir berichteten. Bei den Schwestern wurde aber noch fleißig weitergearbeitet. Renovierungsarbeiten im Haus gaben Sr.Irmlinde Lang, die für die Sammlungen verantwortlich ist, die Chance, für eine geeignete Unterbringung des kulturellen Erbes ihrer Gemeinschaft zu sorgen.

Am 28. Jänner 2016 war es dann zu soweit: Der „Werde-Werte-Gang“ und das „Kunstlager“ wurden im Rahmen einer kleinen Feier eröffnet. Nach Begrüßung und Danksagung schritt die Schar der Gäste unter Führung von Frau Provinzoberin Sr. Gabriele Schachinger den neuen Gang ab: Dort waren Bilder, Fotografieen, Karten und auch ein sehr reizend ausgezierter Stammbaum zur Geschichte der Kreuzschwestern zu sehen. An einem anderen, öffentlich nicht zugänglichen Gang, waren die Gemälde gehängt.Dort befindet sich auch ein Kruzifix mit hölzernem Korpus, das lange Zeit im Freien angebracht und daher stark verwittert war. Eva Voglhuber erläuterte, warum entschieden wurde, das Kreuz trotzdem zu bewahren und auch nicht zu restaurieren: Es trägt Spuren der Zeit an sich, die Witterungsschäden am Korpus machen das Objekt zu einem anrührenden Bildnis der Passion.

Zum „Kunstdepot“ wurde ein Raum am selben Gang gelegen bestimmt. Die Einrichtung erfolgte mit einfachsten und nichts desto trotz effizienten Mitteln. Als Bilderschrank wurde ein um 90 Grad gedrehter Ladenschrank verwendet, aus dem die Laden entfernt wurden. Für die Depothängung der Bilder wurde an einer Wand an Holzlatten, die in die Wand gedübelt waren, ein Baugitter angebracht. Die Objekte wurden in historischen Holzkästen, die selbst schon ein Stück Geschichte der Kreuzschwestern darstellen, aufgestellt. Insgesamt wurde das ganze Lager als Schaudepot gestaltet. Es war ein Anliegen, dass die Mitschwestern hier die Dinge der Andacht und Liturgie, des Schmucks und der Erinnerung, betrachten können und sich auch für die Ausstattung des eigenen Zimmers oder Arbeitsraums etwas entlehnen können. Die Figuren, Bilder und anderen Objekte sollen, so Eva Voglhuber, ihren Sitz im Leben behalten und nicht bloß Museumsstücke sein.

Auch in das Archiv, unter der bewährten Leitung der Archivarin Sr. Klara Maria Katzsteiner, durften die Gäste einen Blick werfen. Hier wird ein großer Schatz an Chroniken, aber auch Bauplänen und vielen interessanten historischen Dokumenten verwahrt.

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