Neue Schriftenreihe des deutschen Jesuitenarchivs

Das Archiv der Deutschen Provinz der Gesellschaft Jesu in München, unter bewährter Leitung von Dr. Clemens Brodkorb, gibt seit kurzem ein eigenes Periodikum mit dem Titel „Kleine Schriften aus dem Archiv der Deutschen Provinz der Jesuiten“ heraus.

Die Idee zu der Schriftenreihe entstand, so Clemens Brodkorb, nach der Ausstellung des Provinzarchivs zum Jubiläum des 200jährigen Bestehens der neuen Gesellschaft (1814–2014) und zur Präsentation der fünfbändigen Geschichte der deutschen Jesuiten von P. Klaus Schatz SJ im Jahr 2013 in München. So ist denn auch das erste Heft der Geschichte der deutschen Jesuiten 1814–1983 im Spiegel des Provinzarchivs gewidmet. Brodkorb fasst die Ordensgeschichte knapp und übersichtlich zusammen und lässt viel Raum für Abbildung und Darstellung jener Archivalien, aus denen die Kenntnis der Geschichte der Gesellschaft Jesu in Deutschland geschöpft ist. Die graphische Aufmachung und Gestaltung des Heftes ist überaus gelungen: Wer meint, die Flachware Archivale - noch dazu nicht aus Mittelalter oder Barock - hätte wenig ästethische Reize, wird eines Besseren belehrt. Hier zeigen sich die Geschichtsquellen im besten Licht, nicht als Dekoration, sondern als sprechende Zeitzeugen der Vergangenheit, die der Tradition Konkretheit verleihen.

Auch ein zweites Heft liegt bereits vor: 90 Jahre Exerzitienhaus Schloss Fürstenried. Die Leitung dieser diözesanen Einrichtung des Bistums München-Freising haben die Jesuiten zwar erst 1969 übernommen, Exerzitien gehören jedoch zum „Kerngeschäft“ der Gesellschaft Jesu. Wieder zeigt Provinzarchivar Clemens Brodkorb die Geschichte der Exerzitien und des Schlosses anhand von archivalischen Quellen, die er dafür aus verschiedenen Münchner Archiven zusammengetragen hat. Die auch hier wieder graphisch überzeugende Darstellung, Beschreibung und Auswertung des Archivguts widerlegt das Vorurteil, dass eine quellengesättigte Geschichtsnarration keine Erzählqualitäten hätte. Hier kann man dem recherchierenden Archivar und schreibenden Historiker quasi über die Schulter schauen, wenn er seine Quellen auswertet und ihnen ihre Authentizität und Aura belässt, wenn er sie in seine Geschichtserzählung einpasst.

Die Hefte sind im Archiv der Deutschen Provinz der Jesuiten in München erhältlich.

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