Lexikon für kirchliches Kunstgut

Das „Lexikon für kirchliches Kunstgut“ ist ein kompaktes Nachschlagewerk, das dem Leser in über 570 Stichworten von „Abendmahlsengel“ bis „Zunftstange“ Auskunft über die Bedeutung und die Funktion der Kulturgüter der katholischen wie der evangelischen Kirche gibt. Besonders die Gegenstände des liturgischen Gebrauchs werden ausführlich behandelt.
In Geschichte und Gegenwart gehören zum christlichen Kult eine Fülle von kostbaren Gefäßen, Textilien und Kunstwerken wie auch eine Vielzahl von schlichten Utensilien, Gerätschaften und Mobiliar. Nicht wenige dieser Dinge sind heute nicht mehr im Gebrauch und das Wissen um ihre ursprüngliche Funktion ist zu Expertenwissen geworden. Dennoch stellen sie wertvolle Kulturzeugnisse dar, die nicht nur materiell zu bewahren sind. Auch das Verständnis für ihre Bedeutung in der religiösen Praxis soll erhalten bleiben. Die Päpstliche Kommission für die Kulturgüter der Kirche hat darum bereits in einem Schreiben vom 8. Dezember 1999 auf die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Inventarisierung und Katalogisierung hingewiesen. Seitdem wurde in den Diözesen mit der Aufnahme der kirchlichen Denkmäler und Kunstgüter begonnen.
Der deutsche Arbeitskreis für Inventarisation und Pflege des kirchlichen Kunstguts, der dieses Lexikon herausgegeben hat, versorgt damit die Diözesankonservatoren und Kunsthistoriker ebenso wie die Kirchenpfleger, Kustoden und Sakristeiverantwortlichen mit einem handlichen Reallexikon, das nicht nur gut verständliches historisches und theologisches Grund wissen bietet. Es unterstützt auch das Identifizieren und Benennen von vielen heute nicht mehr gebräuchlichen Kultgegenständen und Gerätschaften von „Ablutionskelch“ bis „Subcinctorium“. Österreichische Besonderheiten wie das Beffchen der Augustiner-Chorherren von St. Florian oder der josephinische Klappsarg sind berücksichtigt. Zahlreiche allgemeine Stichworte wie etwa „Kopfbedeckung“, die auf besondere Bezeichnungen wie „Birett“, „Mitra“ oder „Pileolus“ verweisen, erleichtern die Objektbestimmung. Andererseits kann ein derart kompaktes Lexikon keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, und es fehlen daher auch Stichworte wie et wa „Prager Kindl“, „Petrinerkreuz“ oder „Stundenbuch“. Umfangreichere wissenschaftliche Nachschlagewerke der Kunstgeschichte und Theologie kann und will das vorliegende Handbuch daher nicht ersetzen.
Insgesamt ist das „Lexikon für kirchliches Kunstgut “ eine sehr gelungene und nützliche Handreichung für alle, die mit der Bewahrung des künstlerischen und kulturellen Erbes der Kirchen und Klöster betraut sind, und sollte daher auch in einer Ordensbibliothek nicht fehlen.

Lexikon für kirchliches Kunstgut Lexikon für kirchliches Kunstgut. Hrsg. v. Arbeitskreis für Inventarisation und Pflege des kirchlichen Kunstgutes, Schriftleitung: Friedrich Fuchs, Hermann Reidel. Regensburg: Verlag Schnell & Steiner 2010 , 312 Seiten, 16 Farbtafeln, gebunden. ISBN 978-3-7954-2419-0 Preis: € 25,60

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