Klostermuseen?

Die Statistik Austria gibt jedes Jahr eine Kulturstatistik heraus, die jüngste liegt für den Berichtszeitraum 2014 vor. Wie jedes Jahr sind die kirchlichen Einrichtungen darin unterrepräsentiert.

Für die Kulturstatistik 2014 wurde an nur 28 kirchliche Archive ein Fragebogen gesendet. Das Österreichische Archivregister listet allein über 50 Archive nur für die Katholische Kirche auf, und darin sind viele Ordensarchive und die Pfarrarchive gar nicht erfasst. Bei den kirchlichen Bibliotheken sieht es noch trauriger aus: Sie scheinen für die Statistik so gut wie gar keine Rolle zu spielen.

Eine eigene Museumsstatistik gab es bislang nicht. Erst im heurigen Jahr wurden erstmals Fragebögen an Museen ausgeschickt, und man wird jetzt schon sagen dürfen, dass die kirchlichen Museen auch hier wieder unterrepräsentiert sein werden. Die Statistik Austria verwendet nämlich als Grundlage das Österreichische Museumsregister, das vom Österreichischen Museumsbund geführt wird. Die kirchlichen Museen, besonders die Klostermuseen, erscheinen darin allerdings nur in ganz geringer Zahl. Das liegt auch daran, dass man sich als Institution mit einem Museum selbst in das Register eintragen muss. Und viele Klöster tun dies nicht. Das Museumsgütesiegel, das ebenfalls vom Österreichishen Museumsbund verliehen wird, tragen übrigens nur zwei Klostermuseen: Admont und Klosterneuburg.

Nicht nur die Stifte, viele Orden haben kleinere Museen und Ausstellungsräume, eine Schatzkammer neben der Kirche, eine Schausammlung mit ethnographischen Objekten, Vitrinen mit Zimelien und Pretiosen. Aber in erster Linie ist man ja nicht Museum, sondern Kloster oder Ordenshaus. Will man sich da wirklich in ein Museumsregister eintragen?

Der Begriff „Museum“ ist kein geschützter Begriff. Der Österreichische Museumsbund verwendet für sein Museumsregister die Richtlinien des Internationalen Museumsrats: „Museen bewahren, zeigen, vermitteln und fördern das Verständnis für das Natur- und Kulturerbe“. Das Sammeln als eine der traditionellen Aufgaben der Museen, und eine, die auf Sammlungen und Präsentationen in Klöstern oft nicht zutrifft, wird nicht mehr genannt. Und weiter heißt es „Museen arbeiten sowohl mit den Gemeinschaften, aus denen ihre Sammlungen stammen, als auch mit denen, welchen sie dienen, eng zusammen.“ Ein Museum wird also nicht nur als eine eigenständige Einrichtung gesehen, sie kann auch Teil einer größeren Gemeinschaft sein, die viele Aufgaben hat. Die musealen Einrichtungen der Klöster entsprechen also diesen Richtlinien. Ihre wichtigen Funktionen, das kulturelle Erbe der Gemeinschaft zu bewahren und es zu vermitteln, erfüllen sie.

Bei den Museen der Orden gibt es eine bunte Vielfalt, die vom Clemens-Hofbauer-Museum der Redemptoristen über die ständige Ausstellung der Hartmannschwestern zur hl. Restituta bis zur Stiftsgalerie Seitenstetten und anderen großen Stiftsmuseen reicht. Eine Liste aller dieser „Klostermuseen“ gibts im Kulturkalender.

 

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