Kirchenpädagogik für SchülerInnen in Stift Wilhering

Am 9. Oktober 2017 erlebten und erlernten die SchülerInnen des Stiftsgymnasium Wilhering einen ganz besonderen und neuen Zugang zu „Ihrem“ Kirchenraum. Mit der der Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Kirchenpädagogik im Referat für die Kulturgüter der Orden Sr. Ruth Pucher erkundeten sie den Kirchenraum über Tierdarstellungen auf kirchenpädagogische Art. Adler, Drachen, Pelikane, Tauben, Fliegen und Papageien ließen grüßen.

Das Anliegen der kirchenpädagogischen Schulung mit Ruth Pucher war, dass die SchülerInnen den Kirchenraum der Stiftskirche als Lernort nützen und die Schönheit und Besonderheit der Kirche im Laufe der Schulzeit schätzen lernen.

Auch die Direktorin hat das Projekt sehr begrüßt, war selbst an der Fortbildung beteiligt und will das Projekt in den Lehrplan aufnehmen. Es wird eine Regelung für die Einbindung in den Lehrplan geben, sodass jede/r SchülerIn in der zweiten Schulstufe und nochmals in der Oberstufe an einer kirchenpädagogischen Einheit teilnimmt.

Foto: Stift Wilhering

In der Vorbereitung auf den Tag hat sich Ruth Pucher mit Abt Reinhold getroffen, der selbst Kirchenhistoriker ist und beim gemeinsamen Erkunden der Kirche fielen beiden die vielen Tierdarstellungen auf. Insgesamt 19 verschiedene, von einer Hirschkuh über einen Drachen, Adler, Fliege, Ziegenbock, Papagei, Adler, Taube, Hunde, Pelikan etc. Daraus kreierten sie ein Spiel: Die Namen der Tiere wurden auf Karten geschrieben und die SchülerInnen mussten zu zweit jeweils nach dem angegebenen Tier suchen. Wenn sie es gefunden hatten wartete als Preis das Tier in Form einer Spielfigur auf sie.

Nachdem alle ihre Tiere gefunden hatten, ging die Gruppe gemeinsam alle Stationen ab und Pucher erzählte die Legenden zu den jeweiligen Tieren, so beispielsweise die Legende des Hl. Rochus zur Figur des Hundes.

Sie wies auch daraufhin, dass manche Tiere eine tiefe Symbolik haben und andere nur schmückendes Beiwerk sind. So zum Beispiel das gefesselte Lamm, das als Geschenk zur Krippe gebracht wird. Es ist Sinnbild für Jesus, der später als Lamm Gottes dargestellt wird.  Das gefesselte Lamm ist schon Hinweis darauf, dass er als Opferlamm für uns sterben wird. Solche symbolischen Vorausdeutungen werden hier entschlüsselt, die man normal nicht wahrnimmt.

Als großen Erfolg verbuchte Sr. Ruth, dass sich am Ende des Tages spontan drei Lehrerinnen meldeten, die das Anliegen vertreten und in Zukunft selbst kirchenpädagogisch arbeiten und sich dafür einsetzen wollen. Ruth Pucher betont auch, dass sie es mehr als Ordenspädagogik denn als Kirchenpädagogik bezeichnen würde.

Quelle: www.ordensgemeinschaften.at

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