Eine Oase des Gebets

300 Jahre Salesianerinnen in Wien

Am 13. und 14. Mai 2017 feierten die Wiener Salesianerinnen das Jubiläum ihrer Klostergründung vor genau 300 Jahren. Am Gründungstag, dem 13. Mai, wurde ein feierliches Hochamt in der Stiftskirche zelebriert. Hauptzelebrant und Prediger war Gregor Henckel-Donnersmarck, Abt emeritus des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz. Er nannte das Kloster von der Heimsuchung Mariens eine „Oase des Gebets“ und erläuterte die Ursprünge der besonderen kontemplativen Lebensform des Salesianerinnenordens in der französischen Mystik des 17. Jahrhunderts. Franz von Sales gründete gemeinsam mit Franziska von Chantal eine geistliche Frauengemeinschaft, die ein Maß halten in allen Dingen, auch in der Askese, pflegt. Im klösterlichen Leben atme im Besonderen auch die christliche Tugend der Gelassenheit, so Abt Gregor. Als Musik für den feierlichen Gottesdienst erklang eine Missa von Johann Josef Fux, dem Hofkapellmeister von Kaiserin Wilhelmina Amalia, der Stifterin des Klosters.

Am 14. Mai luden die Schwestern zu einem „spirituellen Nachmittag“ in ihr Kloster. Nach geistlichen Impulsen von Mutter Maria Gratia Baier und P. Herbert Winklehner in der Stiftskirche wurden die Pforten der Klausur geöffnet und hunderte Besucherinnen und Besucher konnten in feierlicher und andächtiger Stille den Kreuzgang im Kloster abschreiten, im Kreuzgarten innehalten, der Stifterin in der Gruft gedenken, im Refektorium einer Tischlesung lauschen und sich mit Brot und Wein stärken, bei der Haus-Muttergottes, einer kostbaren gotischen Steinskulptur, eine Fürbitte hinterlassen und schließlich einen Segen mit dem Hut des Hl. Franz von Sales erhalten. Der Nachmittag endete mit einer Vesper in der Kirche.

Wer sich näher für das älteste Frauenkloster Wiens interessiert, der sei auf das Jubiläumsbuch verwiesen, das am 11. Juni erscheinen wird: „Das Kloster der Kaiserin. 300 Jahre Salesianerinnen in Wien, hg. von Helga Penz“.

 

 

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