Ein altes Tonband kommt zu neuen Ehren

In allen Ordensarchiven gibt es auch eine Abteilung mit audio-visuellen Medien. Aber was tun mit Tonbändern, Kassetten, Filmaufnahmen und Diaserien?

Medien, für die man ein Gerät braucht, um sie zu sehen oder anzuhören, also etwa einen Dia- oder Filmprojektor, einen Kassettenrekorder oder ein Tonband-Abspielgerät, können nur in digitalisierter Form archiviert und auf Dauer gesichert werden. In den großen Archiven und Museen laufen daher bereits umfangreiche Projekte zur Digitalisierung. In digitaler Form können Bild- und Tonaufnahmen über das Internet auch einer größeren Öffentlichkeit leichter zugänglich gemacht werden. Da taucht dann manche längst vergessene Kostbarkeit aus den Tiefen des Archivs wieder auf.

Der Stiftsarchivar der Wiener Schottenabtei Maximilian Alexander Trofaier verweist in seinem BLOG auf ein solches Kleinod. Es handelt sich um ein Interview mit P. Wilhelm Sekyra aus dem Jahr 1974. Sekyra trat 1915 in das Schottenstift ein. In den 1930er-Jahren wurde er Stiftsarchivar, dann Stiftsbibliothekar und 1940 schließlich Prior des Klosters. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er maßgeblich beteiligt an der Wiedererrichtung des Schottengymnasiums, welchem er 25 Jahre hindurch als Direktor vorstand und wo er zudem Geographie und Naturgeschichte unterrichtete. Im knapp 24minütigen Gesprächsmitschnitt erinnert sich Sekyra an Äbte und Mitbrüder seines Klosters und gibt damit einen spannenden Zeitzeugeneindruck vom Klosterleben vor 50 Jahren.

Das Interview findet man auf der Website der Österreichischen Mediathek. Dort sieht man auch den Katalogzettel für das digitale Archivobjekt, und hat damit eine gute Vorlage, wie man dergleichen auch im eigenen Archiv beschreiben könnte (Metadaten). Als Archivformat für Audio ist das WAV-Audiodateiformat das gebräuchlichste, eine WAVE-Datei enthält neben dem Ton auch Medatdaten über das Format.

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