Drei im Blau

Gustav Schörghofer, Drei im Blau. Kunst und Glaube

Der Vorsitzende der Jury des Otto Mauer-Preises für zeitgenössische Kunst und Leiter der Wiener Kunsträume JesuitenFoyer und Zacherlfabrik Gustav Schörghofer SJ ist überzeugt, „dass der Glaube von der Kunst viel lernen kann, wenn sie ihn das Fremde betrachten lehrt“.

In einem sehr persönlichen Buch führt der Autor seine Leser behutsam von Bild zu Bild, lenkt die Blicke und bietet inspirierende neue Sehweisen an, die nicht nur das Kunsterlebnis vertiefen, sondern auch die religiöse Reflexion. Was bisweilen mit dem Fachterminus „theologische Kunstkritik“ belegt wird, ist bei Pater Schörghofer eine sehr lebendige, vielschichtige Kunstbegegnung und eine „Schule des Sehens“. Wie sieht Gott aus? Um die Frage, wie dem Unsichtbaren und Unfassbaren in der Bildenden Kunst Gestalt gegeben wird, kreist auf poetische Weise auch der im Buch eingefügte Essay des österreichischen Schriftstellers Julian Schutting.

Pater Schörghofer bringt für seine Kunstbetrachtungen Beispiele aus allen Epochen der Kunstgeschichte, widmet sich aber besonders der modernen und zeitgenössischen Kunst und dokumentiert die von ihm initiierten Kunstinstallationen in der Wiener Jesuitenkirche. Im Sakralraum und in der Andacht hat Kunst schon immer ihren Platz gehabt: Wie der Brückenschlag zwischen Kunst und Glaube heute funktionieren kann, führt Pater Schörghofer sehr eindrucksvoll vor Augen. Das Buch sei jedem empfohlen, der der religiösen Dimension von Kunst nachspüren will. Besonders jenen, die schwer Zugang zum zeitgenössischen Kunstschaffen finden, werden Wege zu einem tieferen Verständnis gelegt – der Kunst wie des Glaubens.

Gustav Schörghofer, Drei im Blau. Kunst und Glaube. Mit einem Beitrag von Julian Schutting (Wien: Residenz-Verlag, 2013), ISBN 978-3-7017-3298-2, € 22,90.

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