Der Ordenskalender vom 15. bis 21. November

Herbarium, 18. Jahrhundert (Elisabethinen in Linz)

Der Hl. Leopold, Markgraf von Österreich, gilt als Gründer der niederösterreichischen Stifte Heiligenkreuz (Zisterzienser) und Klosterneuburg (Augustiner Chorherren). Am 15. November feiern die beiden Klöster ihren Stifter. Das 1133 gegründete Wienerwald-Kloster hat seinen Namen von einer Kreuzesreliquie, die in einer Kapelle des Klosters verwahrt wird und am Kreuzerhöhungs-Fest - dem 14. September - in besonderer Weise gefeiert wird. International bekannt ist das Kloster vor allem für die Pflege des klösterlichen Lebens sowie für die Liturgie und den gregorianischen Choral in lateinischer Sprache, u.a. durch die CD-Reihe „Chant“. Etliche Zisterzienserklöster - darunter Zwettl und Lilienfeld - wurden von Heiligenkreuz aus gegründet, wo auch die Grablege des mittelalterlichen Babenberger-Geschlechts ist. Bekannt ist Heiligenkreuz zudem für seine Theologische Hochschule, die 2007 in Anwesenheit von Papst Benedikt XVI. zur päpstlichen Hochschule erhoben wurde und Studienort für 274 Studenten - davon 160 Priesteramtskandidaten (Stand 2014/15) - ist. Etliche Mönche sind hier als Lehrende tätig, andere betreuen u.a. die zwei Priorate, 21 Pfarren sowie das Priesterseminar Leopoldinum. (www.stift-heiligenkreuz.at)

Das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg gründete der Hl. Leopold zu Beginn des 12. Jahrhunderts. Derzeit gehören dem Konvent des Stifts knapp 50 Chorherren - darunter 15 Junioren - an. Die meisten von ihnen sind als Seelsorger in einer der 27 vom Stift betreuten Pfarren tätig, weitere als Wissenschaftler, Lehrer oder in der Verwaltung des Klosters. 2006 wurde dem Stift der Europa-Nostra-Preis für die Neugestaltung des Besucherempfanges verliehen. Das Stift beherbergt eine bedeutende Kunstsammlung und besitzt eines der größten und ältesten Weingüter Österreichs. (www.stift-klosterneuburg.at)

Der 15. November gilt den Franziskanerinnen Missionarinnen Mariens als Feiertag. Der Orden feiert an diesem Tag seine Gründerin, die Selige Marie de la Passion (1839-1904). Die Schwestern haben sich der universalen Mission verschrieben, wurden von der Seligen zu Beginn aber so konzipiert, dass sie grundsätzlich auf verschiedenste Situationen und missionarische Anforderungen antworten können. Die aktuell mehr als 7.000 Schwestern stammen aus 81 Ländern und sind in 51 Provinzen mit 816 Häusern organisiert. In Österreich hat der Orden zwei Niederlassungen, eine in Wien und eine in Seitenstetten. 1889 erstmals nach Österreich gekommen, fanden die Schwestern ab 2002 einen festen Sitz im 19. Wiener Gemeindebezirk. Das Kloster dient heute als Altenheim für die Schwestern Österreichs. Die Niederlassung in Seitenstetten besteht seit 2011. Heute leben dort elf Schwestern, die in der Pastoral und der Sozialarbeit tätig sind. Österreich gehört gemeinsam mit Bosnien, Deutschland, Polen, Russland, Slowenien, der Ukraine und Ungarn zur Provinz für Mittel- und Osteuropa. (www.fmmeurope.eu)

Am 16. November feiern die Kamillaner und die Kamillianischen Schwestern das Fest „Maria, Heil der Kranken“. Der Orden der Kamillianer wurde 1591 vom Heiligen Kamillus von Lellis (1550-1614) als Krankenpflegeorden gründete. Zu ihren Aufgaben zählen Krankenhaus- und Altersheimseelsorge, Krankenpflege, Lebens- und Sterbebegleitung, Behinderten- und Sozialarbeit sowie Gesundheitsdienste in den Entwicklungsländern. Heute unterhält der Orden weltweit Krankenhäuser und Gesundheitsstationen, Lepradörfer und Aidszentren, aber auch Ausbildungsinstitute und Universitäten für Ärzte und Mitarbeiter im Gesundheitsdienst. Der Orden umfasst rund 1.200 Mitglieder, davon 670 Priester, 131 Brüder, 66 Novizen und 280 in Ausbildung stehende Männer. Hinzu kommen 574 junge Männer, die sich in irgendeiner Form auf den Ordenseintritt vorbereiten. Generaloberer ist seit dem 15. Mai 2007 Pater Renato Salvatore.

In Österreich stand die Krankenseelsorge im 1904 gegründeten Altersheim Lainz (heute Geriatriezentrum am Wienerwald) - mit 5.000 Plätzen damals das größte Altersheim auf dem europäischen Kontinent - am Anfang. Bald kam die Seelsorge in fast allen Wiener Krankenanstalten hinzu. Zeitweise übten die Ordensmänner mit dem markanten roten Kreuz auf dem Ordensgewand in 18 Wiener Spitälern die Krankenseelsorge aus. Zentren des Ordens in Österreich sind Wien und Salzburg, wo Kamillianer noch heute im Aufbau und in der Organisation der Krankenseelsorge arbeiten. Zum Zusammenschluss Österreich-Ungarn gehören 17 Priester, 4 Scholastiker (Studenten) und 3 Novizen.

Der Linzer Diözesanbischof Maximilian Aichern hat die Kamillianischen Schwestern 1985 als kirchliche Gemeinschaft diözesanen Rechts anerkannt. In den Regionen Europa und Brasilien zählt die Gemeinschaft zurzeit 85 Mitglieder. Wie der Brüderorden ist auch das Säkularinstitut der Kamillianischen Schwestern der Krankenpflege gewidmet. Dem Säkularinstitut sind die „Freunde der Kranken und Leidenden - Sankt Kamillus“ angegliedert. Das sind Mitglieder, die keine Gelübde ablegen können oder wollen, sich jedoch mit den Zielen und der Spiritualität der Gemeinschaft verbunden fühlen. (http://www.kamillianer.at/)

Am 19. November gedenken die Elisabethinen ihrer Patronin, der Hl. Elisabeth von Thüringen. Gegründet wurden die „Hospitalschwestern von der hl. Elisabeth“ 1622 von Apollonia Radermacher, die am 31. Dezember 1626 starb. Die Ordensschwestern sind nach der heiligen Elisabeth von Thüringen benannt und engagieren sich nach dem Vorbild der Heiligen besonders in der Krankenpflege und im Hospitalwesen. In Österreich leben und wirken Elisabethinen in Graz, Wien, Klagenfurt und Linz, wo sie jeweils ein Krankenhaus gründeten, das bis heute besteht. (www.elisabethinen.at; www.ekh.at; www.elisabethinen-wien.at; www.elisabethinen.or.at)

Die Heilige ist auch Patronin des Deutschen Ordens. 1190 vor Akkon (Israel) als Hospitalbruderschaft gegründet, ist die Gemeinschaft heute in Österreich, Deutschland, Italien, Slowenien, Tschechien und der Slowakei verbreitet. Mitglieder sind Brüder, Schwestern und Personen weltlichen oder geistigen Standes (Familiare). Der Orden ist u.a. im Dienst an Kranken, Behinderten, Senioren und Drogenabhängigen tätig, betreibt Schulen und betreut Pfarren, darunter in Wien in der Deutschordenskirche und in der Pfarre Schottenfeld, sowie in Gumpoldskirchen, Wildbad, Spannberg und Palterndorf. Am 18. und 19. September finden die 825-Jahr-Feiern des Ordens in Wien ihren Höhepunkt. (www.deutscher-orden.at).

Ihren Gründungstag feiern am 21. November gleich mehrere Orden. Die Kongregation der Ordensfrauen vom Heiligsten Herzen Jesu (Sacre Coeur) wurde von der Französin Madeleine Sophie Barat 1800 gründet, die am 25. Mai 1865 in Paris starb. Sie wurde 1908 selig- und 1925 heiliggesprochen. Heute wirken rund 4.000 Schwestern in 33 Ordensprovinzen in 41 Ländern aller Kontinente. Die Sacre-Coeur-Schwestern sind in allen Bereichen der Erziehung tätig, vom Kindergarten bis zur Universität, sowie im außerschulischen Bereich, von der Jugendarbeit bis zur Erwachsenenbildung und Entwicklungshilfe in Ländern der Dritten Welt. Die erste österreichische Gründung erfolgte 1846 in Graz. 2004 wurden die Häuser der Provinz Österreich-Ungarn mit den Ordenshäusern der Deutsch-Schwedischen Provinz zusammengelegt und bilden nunmehr die Zentraleuropäische Provinz (CEU) mit Provinzhaus in Wien-Rennweg. Weitere Niederlassungen gibt es in Bregenz (Kloster Riedenburg), Graz und Pressbaum bei Wien. (www.sacre-coeur.at)

Ebenfalls feiern am 21. November die „Töchter der göttlichen Liebe“. Der in Österreich in Wien sowie in Breitenfurt und St. Andrä im Lavanttal vertretene Orden - auch zwei bayrische Niederlassungen gehören zur Ordensprovinz - entstand 1868, als die aus Bayern stammende Lehrerin und Sozialarbeiterin Franziska Lechner (1833-1894) in Wien mit ihren ersten Mitarbeiterinnen ein „Werk der Sozialen Fürsorge für Kinder und Jugendliche“ errichtete. Für Lechner ist derzeit ein Seligsprechungsprozess in Gang, fünf 1941 in Bosnien ermordete Mitschwestern - darunter die Österreicherin Sr. Maria Berchmana Leidenix - wurden als sogenannte „Drina-Märtyrerinnen“ 2011 von Papst Benedikt XVI. selig gesprochen. 1.100 Schwestern sind heute in Kindergärten, Schulen, Pflegeheimen, Internaten, Universitäten, in der Erwachsenenbildung sowie in Pfarren tätig. Sie wirken in 14 Ländern Europas, in Uganda sowie auch in Bolivien, Brasilien, Ecuador und den USA. (www.lebenssinn.at)

Die Eucharistie-Schwestern sind der dritte Orden, der am 21. November seinen Gründungstag feiert. Sie gehen auf die nordböhmische Gräfin Maria Annuntiata Chotek (1890-1939) zurück, die 1937 in Leitmeritz den Orden gründete. Die Schwestern waren meist Angehörige der deutschen Volksgruppe. Im Zweiten Weltkrieg wurden sie dienstverpflichtet, gaben 1946 ihr Mutterhaus auf und fanden im verwahrlosten Salzburger Kloster Maria Sorg Unterkunft, ehe 1959 eine Ordenszentrale - das Kloster Herrnau - eröffnet werden konnte. Heute leisten die Schwestern in den Salzburger Pfarren Puch, Rif, Pfarre Waidring und Liefering Seelsorge, Trauerbegleitung und Krankenhilfe. Sie betreiben zudem eine offene Gemeinschaft „Brot und Leben“ und seit 1989 erneut die „Eucharistische Gebetsgemeinschaft“. (www.eucharistie-schwestern.at)

Quelle: www.kathpress.at

Kategorien: 
Farbbalken