Der aufrechte Gang unterm Kreuz: Restituta-Dokumentation wieder eröffnet

Restituta-Dokumentation

Der seligen Sr. Restituta Kafka, die am 30. März 1943 hingerichtet worden war, widmen die Franziskanerinnen von der christlichen Liebe, genannt Hartmannschwestern, in Wien eine Dauerausstellung. Die sehenswerte Dokumentation wurde nach einer Übersiedlung und Neugestaltung am 24. Oktober 2016 wiedereröffnet.

Rund 150 Besucherinnen und Besucher feierten mit P. Antonio Sagardoy OCD (Restituta‐Biograph, Bischofsvikar für die Orden der Diözese Gurk‐Klagenfurt) in der Mutterhauskapelle der Franziskanerinnen von der christlichen Liebe die Heilige Messe zum 100. Gedenktag der Ersten Profess der seligen Restituta. Anschließend segnete er die Ausstellung „Restituta – Glaube gegen NS‐Gewalt“, die Generaloberin Sr. M. Hilda Daurer danach offiziell eröffnete.

Die Ausstellung zeigt das Lebens‐ und Glaubenszeugnis der seligen Restituta, Helene Kafka, von ihrer Herkunft in Brünn an, ihrer Kindheit und Jugend im Einwanderer‐ und Arbeitermilieu der Brigittenau, ihr Ordens‐ und Berufsleben als Franziskanerin von der christlichen Liebe und Krankenschwester, ihren mutigen Widerstand gegen das NS‐Regime sowie ihre vielfältige Verehrung bis heute.

Ihre Religion war für Sr. Restituta keine Privatsache. Sie weigerte sich, die Kreuze in den Krankenzimmern abzunehmen, übte ihren Krankendienst ohne die Missachtung des von den Nationalsozialisten als minderwertig betrachteten Lebens und sie verbreitete regimekritische Schriften. Ihr Bekenntnis zum Kreuz lebte sie im aufrechten Gang. Von ihrer 13monatigen Gefangenschaft aus schrieb sie Briefe an die Mitschwestern, ergreifende Zeugnisse eines geprüften Glaubenslebens.

Die Briefe wurden schon bald nach ihrem Tod als Tischlesungen im Konvent der Franziskanerinnen vorgelesen. Schon bemerkenswert früh gedachten die Hartmannschwestern also Sr. Restituta als einer Märtyrerin und Glaubenszeugin, bestätigt Frau Mag. Brigitte Perthold vom Generalsekretariat des Ordens, die gemeinsam mit Heinz Arnberger die Ausstellung kuratiert hat. Es kommen Pfarrgruppen, Schulklassen und auch Studierende in die Ausstellung, berichtet Frau Perthold. Jetzt soll ein Vermittlungskonzept erarbeitet werden, das auch das Mutterhaus, in dem die Dokumentation untergebracht ist, mit einschließt.

 

 

 

 

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