Defensio von Maximilian Alexander Trofaier

Maximilian Alexander Trofaier

Am 25. Oktober 2017 präsentierte Maximilian Alexander Trofaier, Stftsarchivar der Abtei Unserer Lieben Frau zu den Schotten, in seiner Defensio seine Doktorarbeit zum Thema „Der Konvent des Wiener Schottenstiftes im Mittelalter. Prosopographische Studien zu einem Professbuch (1155-1418)“. Die Prüfungskommission am Institut für Österreichische Geschichtsforschung an der Universität Wien verlieh dem Defendenten ein einstimmiges Sehr gut und auch die anwesenden ZuhörerInnen waren stark beeindruckt von einer konzis vorgetragenen und in ihren Ergebnissen teilweise auch überraschenden wissenschaftlichen Arbeit.

Das 1155 vom Babenberger Heinrich II. Jasomirgott gegründete Benediktinerkloster war bis 1418 von irischen Benediktinermönchen besiedelt (in Latein scoti, daher der Name Schottenkloster). Die Forschung hatte sich bislang vor allem den Äbten dieser Zeit gewidmet. Trofaier gelang es, insgesamt 140 Mönche für die mittelalterliche Zeit des Klosters namhaft zu machen, 80 davon wurden überhaupt erst neu in die hausgeschichtliche Tradition eingebracht. Außerdem wurden zwei bislang angenommene, aber wissenschaftlich nicht belegbare Äbte aus der Äbteliste gestrichen, dafür aber ein neuer Abt namens Makrobius hinzugefügt. Dieser konnte im Nekrolog des Verbunds der irischen Benediktinerklöster mit Sitz in Regensburg nachgewiesen werden. Max Trofaier zog für seine Untersuchungen nicht nur die bisherigen Forschungen zur Hausgeschichte, zur Wiener Stadtgeschichte und Benediktinergeschichte heran (siehe seine Bibliographie), sondern auch zahlreiche Quellen, nämlich über 500 Originalurkunden, Verbrüderungs- und Totenbücher, historiographische und biographische Überlieferung, Universitätsmatriken, Grundbücher und vieles mehr.Trofaier beschäftigte sich auch mit der nicht unbedeutenden Stellung des Schottenabtes am Babenberger- und Habsburgerhof und ebenso mit der Frage, wie ein ausschließlich aus Iren bestehender Konvent mit seinem Umfeld interagierte. Im Zuge der Melker Reform zogen die Iren 1418 ab. Da das Wiener Schottenkloster als einziges im Verband der Benediktinerschotten seit seiner Gründung durchgehend besteht und sein Archiv gut verwahrt hat, ist hier die Quellenlage für das Mittelalter auch die mit Abstand beste und ertragreichste. Maximilian Trofaier hat viel aus diesen Quellen herausgeholt und die Kenntnis über einen großen und wichtigen (und immerhin namensgebenden) Abschnitt der Geschichte des Schottenklosters enorm bereichert.

Der Dissertant ist nicht nur Archivar der Schotten und Historiker, sondern vertritt auch die Ordensarchive im Verband Österreichischer Archivarinnen und Archivare und ist kooptiertes Mitglied des Vorstands der ARGE Ordensarchive. Wir gratulieren herzlich!

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