Christliche Unternehmenskultur in Klösterreich

Georg Nuhsbaumer

Am 19./20. Oktober 2017 trafen einander im Stift St. Florian Ordensleute und MitarbeiterInnen aus fünf Mitgliedsklöstern von Klösterreich, einer Vereinigung, die ein gemeinsames Marketing für seine Angebote in Kultur, Tourismus, Gesundheit, Bildung und auch Spiritualität (Kloster auf Zeit, Mittagshalt) macht. Thema des Workshops, der von Georg Nuhsbaumer, Programmbereichsleiter Gesellschaftsfragen im Kardinal König Haus, kompetent geleitet wurde, war die christliche Unternehmenskultur. Der Austausch unter den wenigen, aber trotzdem die Vielfalt der Klöster repräsentierenden TeilnehmerInnen, war sehr spannend und anregend. Hilfreich waren auch die Inputs des Seminarleiters. Zur Reflexion über die Unternehmskultur im eigenen Kloster stellte Georg Nuhsbaumer fünf Aspekte (Stufen) vor, die nach der Besonderheit des Wirkens und Arbeitens in einem Kloster oder Klosterbetrieb fragen, und zwar:

  • Sichtbarkeit – Das klösterliche Leben ist sichtbar (für Mitarbeitende, aber auch für Gäste etwa eines klösterlichen Kurbetriebs).
  • Kenntnis – Den Mitarbeitenden ist bekannt, was klösterliches Leben ausmacht. (Wo die Sichtbarkeit in Ordenswerken nicht mehr da ist, wird die Vermittlung dieser Kenntnis umso wichtiger.)
  • Umgang – Das klösterliche Leben prägt den Umgang mit und unter den Mitarbeitenden (Ist das Arbeitsklima von besonderer Wertschätzung und Respekt geprägt?)
  • Innere Verbindung – Die innere Verbindung der Mitarbeitenden zum klösterlichen Leben wird gefördert und ermöglicht.
  • Fähigkeit zu vermitteln – Mitarbeitende können anderen klösterliches Leben vermitteln.

Viele Erfahrungen und best practices wurden ausgetauscht und diskutiert. Nuhsbaumer stellte als ein Instrument zur Verbesserung der Unternehmenskultur das Mitarbeitergespräch vor und wir diskutierten, wie es am besten umgesetzt werden kann.

Da Klösterreich auch ein Referat der Superiorenkonferenz ist und Angebote im Kulturbereich macht, habe ich als Leiterin des Referats für die Kulturgüter der Ordensgemeinschaften Österreich teilgenommen und bin durch den Kontakt sehr bereichert worden. Das Stift hat uns sehr gastfreundlich aufgenommen und Herr Ferdinand Reisinger hat sich für uns Zeit genommen, um uns das Haus und seine Kunstschätze zu zeigen. Auch moderne Kunst hat hier seinen Platz, wofür sich Herr Ferdinand, selbst Kunstschaffender, besonders einsetzt.

Helga Penz

Farbbalken