Ausstellungen 2015

Stift Admont - Museumseingang

Der Sommer rückt näher und Österreichs Klöster laden zum Besuch ein. Auch heuer gibt es wieder eine Reihe von Sonderausstellungen zu sehen.
Stift Admont ist in dieser Saison ganz „Feuer & Flamme“. Die Jahresausstellung 2015 ist dem verheerenden Stiftsbrand im April des Jahres 1865 gewidmet. Anhand von Bildern, Bauplänen, Archivalien und Gegenständen aus dem „alten Stift Admont“ sowie von Videoinstallationen wird das Klostergebäude vor dem Brand, während der Katastrophe und dem Wiederaufbau nachgezeichnet. Auch in den anderen Abteilungen des Stiftsmuseums dreht sich heuer alles um das brennende Element.
Ein glücklicheres Jubiläum feiert das Stift Göttweig, nämlich den 950. Geburtstag seines Gründers, des Bischofs Altmann von Passau. Gezeigt wird eine Sonderausstellung mit Glanzlichtern und Höhepunkten aus den stiftseigenen Sammlungen zum Leben Altmanns. Göttweigs Gründer war ein kompromissloser Reformer, führender Kopf in der Fürstenopposition und ausgestattet mit hohen moralischen Ansprüchen an sich und seinen Diözesanklerus. Er ist in seiner Lieblingsgründung Göttweig bestattet und wurde schon bald als heiligmäßig verehrt.
Die zweite Sonderausstellung in Stift Göttweig zeigt Werke aus der reichhaltigen Graphischen Sammlung des Klosters zum Thema „Ikonographische Rätsel“ – die enigmatischen Darstellungen, hinter denen sich spannende Geschichten verbergen, laden zum Raten und Dechiffrieren ein.
In Stift Melk hat die Stiftsbibliothek das 650-Jahr-Jubiläum der Universität Wien zum Anlass genommen, die Beziehungen des Klosters zu Wissenschaft und Forschung, in einer Sonderausstellung zu präsentieren. Seit der Gründung der Universität gibt es einen regen Wissenstransfer, bezeugt in Dokumenten, Handschriften, Urkunden und anderen Erinnerungsstücken. Die enge Verbindung der Wiener Universität zur Kirche, die schon in der Gründung gemeinsam mit dem Wiener Domkapitel angelegt und heute kaum mehr erinnert wird, erfährt hier eine seltene Würdigung. Die Ausstellung wird von einer Vortragsreihe begleitet. 
Mit dem aufmüpfigen Titel „Much. Barock war gestern“ lockt das Stift Altenburg in seine heurige Sonderausstellung und auf Entdeckungsreise im Kloster. 300 Jahre nach seiner Wahl zum Abt von Altenburg gibt Bauherr Placidus Much noch immer Rätsel auf. An der Schwelle in eine neue Zeit, die nicht mehr an die Religion als einzig gültige Wahrheit glauben konnte, gab er den Anstoss zu einem einzigartigen Kunstprojekt, das weit über den Horizont seiner barocken Zeitgenossen hinausging. Wie gelang es Abt Placidus, modernste Visionen in den Bilderwelten seines Klosterpalastes zu verbergen?
Stift Lilienfeld lädt in diesem Jahr besonders Schulklassen und Familien ein, „Das Leben der Mönche“ im Kloster zu entdecken. Die größte mittelalterliche Klosteranlage Österreichs blickt auf eine über 800-jährige Geschichte zurück, und eine interaktive Spurensuche bringt sie kleinen und großen Gäasten näher. Man darf sich wie ein Mönch kleiden, im Kapitelsaal abstimmen und im Skriptorium mit dem Federkiel schreiben. Das klosterpädagogische Konzept des Stifts wurde für die diesjährige Niederösterreichische Landesausstellung ÖTSCHER:REICH entwickelt, Lilienfeld ist eine Station der Landesausstellung, in der Besucher das Ordensleben am Fuße des Ötschers kennenlernen können.
Im Stift St. Paul im Lavanttal ist auch heuer noch die letztjährige Sonderausstellung „Der Mann aus Nazareth“ zu sehen.
In immer mehr Klöstern sind auch Ausstellungen moderner Kunst zu sehen. Neu unter ihnen ist die Kunstgalerie des Trägervereins der Schulen, Spitäler und Sozialeinrichtungen der Kreuzschwestern (Kreuzschwestern Europa Mitte GmbH). Hier interessiert man sich für moderne Kunst als Seismograf gesellschaftlicher Entwicklungen und Befindlichkeiten, ist doch das Leitmotiv der Kreuzschwestern seit ihrer Gründung im Jahr 1856: „Was Bedürfnis der Zeit, ist Gottes Wille“.
Noch ein Seitenblick auf die Sommerausstellungen der kirchlichen Museen in Österreich: Das Dommuseum Salzburg zeigt die Ausstellung „Second Hand. Wiederverwendeter Schmuck an barocken Monstranzen“. Nicht selten finden sich an barocken Monstranzen wertvolle ältere Schmuckstücke. Die Ausstellung zeigt Monstranzen, Schmuck sowie Porträts der vormaligen Schmuckträgerinnen. Das Diözesanmuseum St. Pölten widmet sich heuer der Erzdiözese Esztergom in Ungarn und zeigt „Meisterwerke aus dem Kereszteny Muzeum in Esztergom“, das über eine der bedeutendsten Gemäldesammlungen Ungarns verfügt. Das Diözesanmuseum Graz lädt zur Ausstellung „Maria. 1001 Gesichter der Liebe“. Unterschiedliche Darstellungen, Zugänge und Gnadenorte in der Steiermark stellt diese Ausstellung vor. Das Diözesanmuseum Eisenstadt zeigt eine Sonderausstellung zum Thema „90 Jahre Landeshauptstadt Eisenstadt“. In Kooperation mit dem Burgenländischen Landesarchiv und der Burgenländischen Landesbibliothek konnten die Freistadt Eisenstadt und das Diözesanmuseum zahlreiche Dokumente und Ausstellungsstücke aus der umfangreichen Geschichte Eisenstadts zusammen tragen.

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