Aktenstücke gut zitieren

Aktenstücke gut zitieren

Auf seinem Blog über die Aktenkunde hat der deutsche Historiker und Archivar Holger Berwinkel jüngst einen Beitrag über das Zitieren von Aktenstücken veröffentlicht.

Wenn man über die Geschichte seines Ordens oder seines Klosters schreibt und dabei Originaldokumente aus dem Archiv verwendet, sollte man stets angeben, welche Dokumente das sind. Das gute Zitieren kann aber knifflig sein. Herr Berwinkel nennt drei Grundregeln:

1. Nenne den Typ des Schriftstücks.
2. Gib Entstehungsstufe und Überlieferungsform an, wenn sie von der Norm abweichen.
3. Übergehe kanzleitechnisches Beiwerk.

Dass natürlich die Archivsigle (Abkürzung des Namens des Archivs) und die Archivsignatur (zum Beispiel Karton 17, Mappe 3) anzugeben sind, versteht sich von selbst. Es ist ein Gebot von Sorgfalt und Redlichkeit, dem Leser oder der Leserin die Möglichkeit zu geben, die Inhalte eines historischen Aufsatzes nachvollziehen und gegebenenfalls auch am Original nachweisen zu können.

Nach diesen technischen Angaben soll aber auch eine Beschreibung des konkreten Schriftstücks erfolgen.

Typ des Schriftstücks
Dabei geht es darum, den Zweck des Schriftstücks zu identifizieren. Handelt es sich um eine Mitteilung an einen Anderen, eine Beilage zu einem Akt oder um eine chronikale Notiz? Entsprechend können Angaben von Stücken aus Ordensarchiven etwa lauten:
Brief von P. Wimmer an P. Provinzial, 1.5. 1935
Hauschronik von Kirchthal, Eintrag zum 3.5.1967
Missionsprokur, Jahresbilanz von 1988

Entstehungsstufe
Bei einem Schriftstück kann es einen Entwurf oder vielleicht sogar mehrere Entwürfe geben, ehe ein fertiges Dokument in Reinschrift vorliegt. Es ist darum wichtig anzugeben, ob man von einem Entwurf etwa eines Vertrags (im Gegensatz zur beglaubigten Reinschrift) oder zum Beispiel von einer handschriftlichen Mitschrift einer Ratssitzung (im Gegensatz zum offiziellen Protokoll) zitiert.

Überlieferungsform
Hier ist gemeint, dass man angeben muss, wenn man eine Abschrift oder Kopie anstelle des Originals als Vorlage verwendet hat.

Man kann es auch übertreiben mit seinen Angaben. Herr Berwinkel gibt dafür schöne Beispiele, wie man seine Fußnoten klarer und übersichtlicher gestaltet.

Den ganzen Beitrag zum Nachlesen finden Sie hier.

Farbbalken