900 Jahre Stift Herzogenburg

900 Jahre Stift Herzogenburg

Zum wissenschaftlichen Symposium, das zur Geschichte des Stiftes Herzogenburg anlässlich seines 900jährigen Jubiläums 2012 veranstaltet wurde, ist nun der Tagungsband erschienen. 18 Beiträge von ausgewiesenen Fachleuten aus Mediävistik, Geschichtsforschung, Kunstgeschichte, Altphilologie und Musikwissenschaft beleuchten ebenso viele Ausschnitte aus der wechselvollen Geschichte des Augustiner-Chorherrenklosters im niederösterreichischen Traisental.

Grundsätzlich hatte sich das Symposium die Aufgabe gestellt, Forschungsdesiderate der Stiftsgeschichte zu behandeln. Der Tagungsband greift darum einige, in der Forschung bislang weniger beachtete Aspekte heraus und vertieft sie. Schwerpunkte sind die mittelalterliche Diplomatik, in welcher der reiche Urkundenbestand des Stiftsarchivs behandelt wird, die Pröpste der Renaissancezeit, deren literarisches und musikalisches Schaffen, Bau und Ausstattung der Stiftskirche sowie Aspekte der jüngeren Geschichte des Klosters im 19. und 20. Jahrhundert.

Der Wiener Historiker Herwig Weigl etwa stellt die Frage „Wozu braucht man einen Papst“ und beleuchtet die Beziehungen des Stiftes zur Kurie im Mittelalter. Die Mitherausgeberin Victoria Zimmerl-Panagl stellt eine der Forschung bislang unbekannte Briefsammlung eines Herzogenburger Propstes vor, die einige überraschende Aspekte zum Leben eines Oberen im Zeitalter von Humanismus und Reformation bietet. Meinard von Engelberg geht der Renovatio des Klosters im 18. Jahrhundert nach und beantwortet die Frage, warum das Stift eine Barockkirche hat – die Stiftskirche gilt als der letzte barocke Kirchenbau Österreichs. Werner Telesko interpretiert die Deckenfresken der Kirche „im Schnittpunkt von Heilsgeschichte und Aufklärung“.
Das Buch wurde von den Herausgebern Günter Katzler und Victoria Zimmerl-Panagl sorgfältig und ansprechend gestaltet. Zahlreiche farbige Abbildungen ergänzen die gediegenen Beiträge.

900 Jahre Stift Herzogenburg: Aufbrüche – Umbrüche – Kontinuität. Tagungsband zum wissenschaftlichen Symposium vom 22.–24. September 2011, hrsg. von Günter Katzler und Victoria Zimmerl-Panagl (Sonderpublikation des Vereins für Landeskunde von Niederösterreich, Innsbruck /Wien [u.a.], StudienVerl., 2013), ISBN 978-3-7065-5328-5, 499 S., ill., € 49,50.

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