400 Jahre Theotimus

Im Jahr 1616 veröffentlichte Franz von Sales sein theologisches Hauptwerk „Traité de l‘Amour de Dieu“ - die „Abhandlung über die Gottesliebe“ oder „Theotimus“. Darin befasst sich der hl. Franz von Sales mit der Liebe Gottes zu den Menschen und der Liebe des Menschen zu Gott. Im Wesentlichen geht es in diesem Werk darum, dass Gott die Liebe ist, den Menschen mit unendlicher Liebe liebt und nichts sehnlicher wünscht, als dass der Mensch auf diese Liebe aus freien Stücken mit seiner Liebe antwortet.

Franz von Sales (1567-1622), ein Adeliger aus Savoyen und Fürstbischof von Genf mit Sitz in Annecy, war Theologe, Gelehrter, Diplomat, Kirchenjurist und ein sehr erfolgreicher Prediger der Gegenreformation. Seine authentische tiefe Frömmigkeit und Herzlichkeit beindruckte seine Zeitgenossen, seine theologischen und religionspraktischen Schriften fanden weite Verbreitung. Er initiierte und motiverte mehrere Ordensgründungen.

P. Herbert Winklehner von den Salesoblaten erläutert die einzelnen Teile („Bücher“) des Theotimus in einer Artikelreihe der salesianischen Zeitschrift „Licht“. In der aktuellen Ausgabe (September/Oktober 2016) schreibt er über das 5. Buch, in dem sich Franz von Sales mit den beiden „Motoren“ der Liebe beschäftigt: das Wohlgefallen und das Wohlwollen. Weil der Mensch in der Schöpfung erkennt, wie gut Gott ist (Wohlgefallen), drängt es ihn zum positiven Ausdruck (Wohlwollen). Meisterhaft gelingt es Franz von Sales, tiefen theologische Deutungen einen Sitz im Leben zu geben.

Wer den Theotimus oder andere Werke des hl. Franz von Sales in historischen Orginalausgaben nachlesen möchte, findet diese im Zentralen Verzeichnis digitalisierter Drucke.

 

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