150 Jahre Vorauer Marienschwestern

150 Jahre Vorauer Marienschwestern

Am 30. Mai 2015, genau an ihrem Gründungstag, beging die Kongregation der Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis in Vorau das Jubiläum ihres 150jährigen Bestehens. In der Kapelle der Gemeinschaft feierten die Schwestern und ihre Gästen einen Festgottesdienst mit em. Bischof Egon Kapellari, der die Gemeinschaft als Diözesanbischof von Graz lange begleitet hatte. Dem feierlichen Gottesdienst folgten die Festansprachen.
Frau Oberin Sr. Marianne Schuh rief das Gründungscharisma ihres Ordens in Erinnerung. Das Wenigzeller Landmädchen Barbara Sicharter hatte 1865 mit einer Freundin gemeinsam begonnen, nicht nur ein geistliches, einfaches Leben zu führen, sondern sie hatte ein „Herz für die Kranken“. Die rasch wachsende Gemeinschaft der Schwestern ging zur Hauspflege in die Gehöfte des steierischen Jogllands. Sie erwarben in Vorau ein Haus und nahmen Kranke und Pflegebedürftige auf, so entstand das bis heute bestehende Krankenhaus der Vorauer Marienschwestern. Das Leben im Dienste derer, die krank und hilfsbedürftig sind, ist das Charisma des Ordens geblieben. Sr. Marianne bedankte sich bei ihren Mitschwestern für Ihre Arbeit und für das Leben in Gemeinschaft: „Es ist schön, mit Euch Christus nachzufolgen.“

Unter den Gratulanten war auch Propst Gerhard Rechberger vom benachbarten Augustiner-Chorherrenstift Vorau. Mit dem Stift sind die Schwestern seit ihrer Gründung eng verbunden. Der geistliche Begleiter Barbara Sicharters war der Chorherr Karl Engelhofer.
Zum Jubiläum ist auch eine reich illustrierte Festschrift erschienen. Darin wird die Geschichte der Vorauer Marienschwestern seit der Gründung erzählt, aber auch Selbstzeugnisse der Schwestern sind hier nachzulesen. Die Festschrift wurde von Peter Wiesflecker vom Steiermärkischen Landesarchiv verfasst, unter Mitarbeit der Archivarin der Schwestern Sr. Clara Maria Neubauer. Bei den Jubiläumsfeiern hat Peter Wiesflecker die Festschrift vorgestellt und auf die bemerkenswerte Leistung der Gründerin hingewiesen: Sie war zu einem geistlichen Leben berufen, ging aber nicht ins Kloster, sondern in die Häuser derer, die ihrer Hilfe bedurften. Sie verstand dieses Apostolat als Missionsdienst, ähnlich den zahlreichen Volksmissionen ihrer Zeit. Viele junge Frauen folgten ihrem Beispiel. Die Schwestern legten lange Zeit nur private Gelübde ab, erst 1928 wurde eine Kongregation errichtet. In den letzten Jahren wurde das Apostolat weiterentwickelt, die Ordensfrauen widmen sich heute auch mehr seelsorglichen Aufgaben. Bezugnehmend auf die Selbstzeugnisse der Schwestern in der Festschrift bemerkte Peter Wieflecker, „das sind Lebensentwürfe wider den Zeitgeist.“

  

 

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