Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal

Hauptstraße 1
A-9470 Sankt Paul im Lavanttal
Tel: + 43 - (0)4357 - 2019

GruenderIn/StifterIn: 
Graf Engelbert von Spanheim
Geschichte: 

Auf Bitten des Grafen Engelbert von Spanheim entsandte das schwäbische Reformkloster Hirsau 1091 Mönche für die Gründung eines Benediktinerklosters in St. Paul im Lavanttal. Sein Stiftungsgut sowie sein Skriptorium und seine Schule machten St. Paul bald zur bedeutendsten Kärntner Klostergründung des Mittelalters. Im 16. Jahrhundert erlebte das Stift unter Abt Hieronymus Marchstaller eine Blüte, dieser Abt war sehr baufreudig und errichtete das Kloster in seiner heutigen Form. 1787 löste Kaiser Josef II. das Stift auf, dabei gingen viele Handschriften, Bücher und andere Kunstschätze verloren. 1806 führte Fürstabt Berthold Rottler seine Mönche aus dem ebenfalls aufgelösten Kloster St. Blasien im Schwarzwald nach Österreich, zuerst in das ehemalige Kollegiatstift Spital am Phyrn und 1809 nach St. Paul. Kunstschätze und vor allem kostbare mittelalterliche Buchbestände wurden dabei aus St. Blasien nach St. Paul mitgebracht und bilden heute einen der bedeutendsten Kulturgüterbestände Österreichs. Als wirtschaftliches Ausstattungsgut erhielt das Kloster 1809 das Kärtner Stift Eberndorf und das ehemalige Kollegiatstift Maria Wörth am Wörthersee übertragen. 1940 bis 1945 war das Stift von den Nationalsozialisten enteignet und eine Schule der NAPOLA darin untergebracht.
Seit 2010 haben die Benediktiner die Betreuung der Wallfahrtskirche Maria Loreto in St. Andrä von den Jesuiten übernommen.

Werke und Pfarren: 
  • Inkorporierte Pfarren: St. Paul, St. Georgen unter Stein, St. Martin im Granitztal, Pustritz
  • Öffentliches Stiftsgymnasium der Benediktiner
  • Haus St. Benedikt in Wolfsberg
Publikationen der Ordensgemeinschaft: 
  • Jahresbericht über das Schuljahr – Öffentliches Stiftsgymnasium der Benediktiner in St. Paul im Lavanttal 165.1973- (früher andere Titel)
Literatur: 
  • Ulrich Faust, St. Paul im Lavanttal, in: Die benediktinischen Mönchs- und Nonnenklöster in Österreich und Südtirol, bearb. von Ulrich Faust und Waltraud Krassnig (Germania Benedictina III/3, St. Ottilien 2002) 74–141.
  • Macht des Wortes. Benediktinisches Mönchtum im Spiegel Europas. Ausstellungskatalog, hg. von Gerfried Sitar – Martin Kroker unter Mitarb. von Holger Kempkens (Regensburg 2009).
  • Schatzhaus Kärnten. Kärntner Landesausstellung. 900 Jahre Benediktinerstift St. Paul. Ausstellungskatalog, hg.. vom Ausstellungskuratorium; Schriftleitung: Johannes Grabmayer – Günther Hödl (Klagenfurt 1991).
  • 100 Jahre Stiftsgymnasium St. Paul im Lavanttal, Kärnten. 1901 - 2001 (St. Paul im Lavanttal 2001).
  • Gerfried Sitar, Die Abtei im Paradies - Das Stift St. Paul im Lavanttal (Regensburg 2009).
  • Gerfried Sitar, Das Stift St. Paul unter dem Nationalsozialismus (Salzburg 2011).
  • Gerfried Sitar, Fürstenhut und Krummstab. 200 Jahre Wiederbesiedlung des Stiftes St. Paul im Lavanttal (Regensburg 2009).
  • Gerfried Sitar: Schatzhaus Kärntens. Das Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal (St. Paul, 2. Aufl. 2009).
Stiftsarchiv St. Paul

Hauptstraße 1
A-9470 Sankt Paul im Lavanttal
Stiftsarchivar: P. Petrus Tschreppitsch
E-Mail: archiv[at]stift-stpaul.at

Nach der Aufhebung gelangten Ende des 18. Jahrhunderts Archivbestände nach Wien in das Haus-, Hof- und Staatsarchiv. Erhalten sind im Stiftsarchiv 57 Urkunden bis 1300, davon zu St. Paul 1.648 Stück und zu St. Blasien 598 Stück sowie aus dem ehemaligen Stift Eberndorf 176 Stück. In den Aktenfaszikeln sind vier Provenienzen scheidbar: St. Paul, St. Blasien, Eberndorf sowie Spital am Phyrn.  Für den Bestand von St. Paul sind die Akten in Sachgruppen gegliedert: Äbte; Kapitulare und Stiftsangehörige; Kirchliches (Vogtei, Visitationen, Pfarr- und Filialkirchen); Grundherrschaften (St. Paul, Möchling, Kollnitz, Rabenstein, Loschental, Leonstein, Faal und Lembach); steirische Besitzungen; Wirtschaft und grundherrschaftliche Verwaltung; ständische Akten; Aufhebung und Wiederbesiedelung; Bausachen, Archiv, Kunst und Schule; fremde Besitzungen und Familien.

Findmittel des Archivs: 
  • St. Pauler Urkunden im HHStA sind zum Teil digitalisiert und online einzusehen auf: www.monasterium.net
Literatur zum Archiv: 
  • Rudolf Freisitzer, Das Archiv und die Bibliothek des Stiftes St. Paul, in: Jahresbericht des Öffentlichen Stiftsgymnasiums der Benediktiner St. Paul im Lavanttal 186 St. Paul (1994/95), 23–24.
  • Friedrich Wilhelm Leitner, Das Archiv des Benediktinerstiftes St. Paul im Lavanttal. In: Schatzhaus Kärnten. Kärntner Landesausstellung. 900 Jahre Benediktinerstift St. Paul. Ausstellungskatalog, hg. vom Ausstellungskuratorium; Schriftleitung Johannes Grabmayer – Günther Hödl (Klagenfurt 1991) 647–653.
Stiftsbibliothek St. Paul

Hauptstraße 1
A-9470 Sankt Paul im Lavanttal

Die Bibliothek umfasst rund 150.000 Bände, 800 Inkunabeln, 4000 Handschriften.
Bibliotheksbeschreibungen: Fabian-Handbuch der historischen Buchbestände und Klosterbibliotheken in Österreich

Kataloge der Bibliothek: 
Literatur zur Bibliothek: 
  • Ulrich Faust, Bibliotheksgeschichte [St. Paul], in: Germania Benedictina III/3: Die benediktinischen Mönchs- und Nonnenklöster in Österreich und Südtirol, bearb. von Ulrich Faust (St. Ottilien 2002) 111–115.
  • Rudolf Freisitzer, Das Archiv und die Bibliothek des Stiftes St. Paul, in: Jahresbericht des Öffentlichen Stiftsgymnasiums der Benediktiner St. Paul im Lavanttal 186 St. Paul (1994/95), 23–24.
  • Kurt Holter, Handschriften und Inkunabeln, in: Die Kunstdenkmäler des Benediktinerstiftes St. Paul im Lavanttal und seiner Filialkirchen (Österreichische Kunsttopographie 37, Wien 1969) 340–440.
  • Adolf Trende, Die Stiftsbibliothek in St. Paul, in: Carinthia I./142 (1952), 609–668.
  • Gerfried Sitar: Magie und Macht des Schreibens. Die schönsten Bibliotheken Österreichs (Wien 2002).
Musikarchiv des Stiftes St. Paul

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A-9470 Sankt Paul im Lavanttal
  

Kataloge des Musikarchivs: 
Sammlungen des Stiftes St. Paul

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A-9470 Sankt Paul im Lavanttal
Sammlungskustos und Museumsdirektor: Fr. Maximilian Tuschel
E-Mail: frater.maximilian[at]stift-stpaul.at

Zu den Sammlungen, die im Stiftmuseum präsentiert werden gehören die Gemäldegalerie mit Werken von Rubens, Van Dyck, Holbein, Leonardo da Vinci, Kremser Schmidt etc., weiters die Grafiksammlung (ca. 30.000 Blätter), mittelalterliche Schatzkunst und Kleinplastik, eine numismatische Sammlung, eine Kunst- und Wunderkammer, eine Textiliensammlung sowie die geistliche Schatzkammer.

Literatur zu den Sammlungen: 
  • Die Kunstdenkmäler des Benediktinerstiftes St. Paul im Lavanttal und seiner Filialkirchen  / bearb. von Karl Ginhart. Mit Beitr. von Franz Balke (=Österreichische Kunsttopographie 37, Wien 1969).
  • Michael Alram, Roswitha Denk, Wolfgang Szaivert und Franziska Dick, Die Münzsammlungen der Benediktinerstifte Kremsmünster und St. Paul im Lavanttal. (Thesaurus nummorum Romanorum et Byzantinorum 4; Veröffentlichungen der Kommission für Numismatik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse 11; Denkschriften der Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse 162; Wien 1983).
  • Macht des Wortes. Benediktinisches Mönchtum im Spiegel Europas. Ausstellungskatalog, hg. von Gerfried Sitar – Martin Kroker unter Mitarb. von Holger Kempkens (Regensburg 2009).
  • Schatzhaus Kärnten. Kärntner Landesausstellung. 900 Jahre Benediktinerstift St. Paul. Ausstellungskatalog, hg.. vom Ausstellungskuratorium; Schriftleitung: Johannes Grabmayer – Günther Hödl (Klagenfurt 1991).
  • Laurentius Kull, Von Albrecht Dürer bis Lovis Corinth – Graphik vom 15. bis zum 20. Jahrhundert. Graphische Sammlung des Benediktinerstiftes St. Paul. Ausstellung vom 22. Mai bis 28. August 1988 (St. Paul 1988).
Schatzkammer des Stiftes St. Paul

Hauptstraße 1
A-9470 Sankt Paul im Lavanttal
Kontakt: P. Gerfried Sitar OSB
E-Mail: direktion[at]europaausstellung.at

Die Schatzkammer ist Teil des Stiftsmuseums Zu den liturgischen Schätzen zählen unter anderem das Adelheid-Kreuz aus dem 11. Jahrhundert sowie zwei liturgische Gewänder: eine Glockenkasel aus dem zweiten Viertel des 12. und 13. Jahrhunderts.

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